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La vita è bella… aber für wen?

Vielfachkrise und Enthumanisierung

La vita è bella…

Einen Teil unseres intellektuellen Ichs verdanken wir diesem grandiosen Meisterwerk des Genies Roberto Benigni. Ein Film, der mich auch geprägt hat. Der Titel La vita è bella wurde zu meiner Lebenseinstellung.

Bis vor dreizehn Jahren, als die erste Krise an der Tür unserer „märchenhaften“ Welt in Europa klopfte.

Anschließend kamen mehrere – dauerhafte – Krisen.

Sie alle haben dasselbe Antlitz: Die Enthumanisierung.

Menschen sterben, weil sie nichts mehr wert sind.

Ihre Leichen kommen an die Oberfläche „unserer“ Meeresfläche wie die tonnenweise angehäuften Coca-Cola Plastikflaschen der Meeresfläche der „anderen“ – jenen mit der schwarzen Haut, über die die „hellen Köpfe“ Europas uns jahrhundertelang– pseudowissenschaftlich – überreden wollten, sie seien „primitiv“ und wir „zivilisiert“.


Jenen, die wir, in Zusammenarbeit mit einer korrupten Minderheit, der örtlichen „Elite“, kaputtgemacht haben, genauso wie z.B. die Deutsche Bahn, die einst dem Volk gehörte und jetzt, genauso wie unsere Krankenhäuser, nur noch eins machen müssen:

Profit, Profit, Profit. Erst Profit, dann der Mensch – wenn überhaupt.


Länder, in denen wir profitorientierte Kriege führen.

Länder, die wir ausgeplündert haben.

Wir schimpfen über die Taliban, vergessen aber zu erwähnen, dass zwischen 2001 und 2020 die Bundeswehr fast 12,2 Milliarden Euro für die Militäreinsätze in Afghanistan ausgegeben hat – for nothing.


In unseren eigenen Ländern kommt es wiederum zur Anwendung einer Katzenklo-Mentalität:

Alles muss nach außen glänzen; drinnen leben Menschen, die im Winter nicht heizen und ihre Kinder teilweise nicht ernähren können. Zuvor hatten sie einen ganz normalen Job und alles richtig gemacht.

Im Rahmen aller menschengemachten Krisen profitieren manche enorm, während andere nur noch als „biologische Masse“ zählen. In diesem Sinne finden auch alle diese Femizide, Genozide und Biozide statt.


Was ich vorschlage? Statt uns auf die Schulter zu klopfen, weil hier auf europäischen Boden tatsächlich kluge (übrigens auch menschenverachtende) Ideen entstanden und PolitikerInnen zuzuschauen, wie sie Krokodilstränen vergießen, müssen uns wiederfinden, indem wir Einiges wieder zu schätzen lernen:


- Kunst und Kultur, die unser Leben bereichern müssen.

- Die humanistische Bildung, die obligatorisch werden muss.

- Berufe, die den Menschen im Mittelpunkt haben: LehrerInnen, ÄrztInnen, Pflegepersonal, etc. tatkräftig fördern.

- Den Wert der echten – und nicht der Lifestyle – Solidarität lehren und lernen.

- Sich über die kleinen, schönen Dinge freuen und ab und zu mal auch dankbar sein.

- Weniger Handy und Internet; mehr Liebe, mehr Natur, mehr Menschenkontakt.


Dann, und nur dann, kann man mit gutem Gewissen sagen: La vita è bella!


Johanna Mamali Panagiotou alias Victoria Mali

Dozentin und Autorin

Niederbayern, 18.06.2023

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