Afrikanische Geschichte zum Nachdenken

Updated: Aug 5, 2018


Gemälde: Weiße Geschäftsleute begutachten eine zum Verkauf stehende schwarze Familie. /Sklavenmarkt in Havanna (Kuba) / Q:akg

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Es ist September und der #Weihnachtswahnsinn breitet sich durch das Land aus. Plätzchen, Lebkuchen, Geschenke. Was fehlt? Die gefühlsduselige, monumentale Trilogie #Sissi, die in der Weihnachtszeit ausgestrahlt und das Herz von Millionen Zuschauern wieder mal erobern wird.


Doch wie würde sich die Emotionswelt der Sissi-Verehrer*innen gestalten, wenn sie auch die andere Seite der legendären Kaiserin kennenlernten?


Dazu gehört, dass #ElisabethvonÖsterreich sich gerne Menschen mit Behinderung und einer äußerlichen Auffälligkeit bei Hof hielt. Charakteristisches Beispiel: Der kleinwüchsige und an #Wasserkopf leidende schwarze Junge aus dem Sudan #RudolphRustimo*, der als Sissis „Spielzeug“ in die Geschichte einging. Sie benutze ihn, um die Damen im Hof zu erschrecken und machte sich über ihn lustig, als der Knabe sich beispielsweise − ganz nach ihrem Wunsch − gemeinsam mit ihrem #MakakoAffen fotografieren ließ. Als sie später das Interesse an ihm verlor, wurde er 1891 in die Versorgungsanstalt #Ybbs abgeschoben.


Dies und vieles mehr erfuhr ich als Teilnehmerin am #Panafrikanismus Kongress, der 9-10. Oktober 2017 im Gasteig stattfand. Renommierte Referent*innen wie etwa #BiramDahAbeid (Träger des #UNMenschenrechtspreises 2013), hochinteressante Themen, äußerst engagierte Menschen, Offenheit und gute Laune prägten den Kongress, der heuer zum sechsten Mal stattfand.


Veranstalter war der #ArbeitskreisPanafrikanismusMünchen, eine Interessensvertretung von Menschen aus Afrika und der Diaspora, der 2017 sein 10-jähriges Jubiläum feiert. Und sie haben jeden Grund stolz darauf zu sein. Denn die in Deutschland lebenden Afrikaner greifen immer brisante Themen auf und laden zu tiefsinnigen Diskussionen ein. Unter anderem wurde dieses Jahr unter dem Motto Herausforderung des #globalenWiderstandes gegen #Rassismus Folgendes thematisiert:


„Wie kann #Dekolonisierung gelingen in einem afrikanischen Land, welches jahrhundertelang von Weißen beherrscht wurde?“

#RassistischePolizeigewalt, #institutionellerRassismus und #transnationaleKämpfe um #SchwarzesLeben

„Verborgene Heldinnen und Helden des #Transatlantischen #Sklavenhandels


Und welche sind ihre Beweggründe?


"Die Situation hat sich für schwarze Menschen in den letzten Jahren sehr angespannt. Gerade die Abwehr gegenüber Geflüchteten afrikanischer Herkunft hat auch dazu geführt, dass Schwarze als kollektive Gruppe generell verstärkter #Diskriminierung im Alltag ausgesetzt sind“, so Modupe Laja, Sprecherin und Mitorganisatorin des Kongresses.


Der Besuch des Kongresses hat mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass man nur mit harter Arbeit alberne Vorurteile abbauen und der Öffentlichkeit das andere Gesicht einer Nation zeigen kann. Und dafür bedanke ich mich herzlich für diese bewegende Erfahrung bei allen Organisator*innen und insbesondere bei meinen Mitstreiter*innen #ModupeLaja, Mathilda Legitimus Schleicher, #TinmonkonjayGherway #HamadoDipama.


Chapeau! Weiter so.


*Vortrag von Dr. Pierrette Herzberger-Fofana. Vorgeschlagene Literatur: „Sisi: Leben und Legende einer Kaiserin“ von Michael und Karl Vocelka, erschienen 2014 in (Beck'sche Reihe) Kindle Edition.


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